Das Wichtigste zuerst: jeder Clip ist eine Anzeige. Das erste Wort deiner Beschreibung ist „Anzeige“. Weiter erlaubt ist „Werbung“. Ohne eins dieser Wörter am Anfang wird der Clip nicht angenommen und nicht vergütet. Das verlangt das Gesetz, weil du für deinen Clip bezahlt wirst.
1. Geltung
Diese Richtlinien gelten für jede Teilnahme an einer Kampagne. Sie ergänzen die Nutzungsbedingungen. Wo beide etwas Unterschiedliches sagen, gehen für Kampagnen diese Richtlinien vor. Was eine einzelne Kampagne zusätzlich verlangt, steht auf ihrer Seite.
2. Wer mitmachen darf
- Du hast ein Clipper-Konto. Mit einem Kundenkonto nimmst du nicht an Kampagnen teil (Nutzungsbedingungen, Abschnitt 2).
- Du bist mindestens 18 Jahre alt und voll geschäftsfähig.
- Du hast ein Konto mit bestätigter E-Mail und hast Discord, TikTok und dein eigenes PayPal-Konto verbunden.
- Deine Angaben stimmen: Name, Geburtsdatum und Steuerstatus.
- Jede Person hat nur ein Konto. Du reichst nur Clips von deinem eigenen, verbundenen Konto ein.
3. Wie ein Auftrag entsteht
Du wählst eine laufende Kampagne und reichst einen Clip ein. Damit bietest du uns den Clip zu den Bedingungen der Kampagne an. Nehmen wir ihn an, bist du beauftragt, und seine Aufrufe zählen. Einen Anspruch auf Annahme gibt es nicht. Lehnen wir ab, sagen wir dir warum.
Du arbeitest selbstständig. Du bist nicht bei uns angestellt, bestimmst selbst, ob, wann und wie viele Clips du machst, und arbeitest mit deinen eigenen Mitteln.
4. Kennzeichnung als Anzeige (Pflicht)
Du wirst für deinen Clip bezahlt. Damit ist er rechtlich Werbung und muss auf den ersten Blick als Werbung erkennbar sein (§ 5a Absatz 4 UWG, § 22 Medienstaatsvertrag, § 6 Digitale-Dienste-Gesetz). Die Landesmedienanstalten nennen dafür am Anfang eines Beitrags „Anzeige“ und „Werbung“. Deshalb gilt bei jeder Kampagne und jeder Song-Promotion:
- Das erste Wort der Beschreibung ist „Anzeige“. Weiter erlaubt ist „Werbung“, damit Clips, die schon so gekennzeichnet sind, gültig bleiben. Nicht versteckt zwischen Hashtags und nicht erst nach „Mehr anzeigen“.
- Die Kennzeichnung bleibt stehen, solange der Clip online ist.
- Zusätzlich kannst du bei TikTok den Schalter für Werbeinhalte einschalten. Das ersetzt das Wort nicht.
Ein Clip ohne Kennzeichnung wird abgelehnt. Entfernst du die Kennzeichnung nachträglich, entfällt die Vergütung für diesen Clip, und wir dürfen eine bereits gezahlte Vergütung zurückfordern. Besserst du nach unserem Hinweis nicht nach, bekommst du einen Strike (Abschnitt 11).
Warum wir das so streng handhaben: wir bezahlen dich selbst und haften deshalb für deine Clips wie für eigene Leute. Eine fehlende Kennzeichnung kann eine Abmahnung auslösen, gegen dich und gegen uns.
5. Inhalte
Du verwendest nur das Material der Kampagne und hältst dich an ihre Vorgaben. Bei einer Song-Promotion, die eigenes Material erlaubt, gilt zusätzlich Abschnitt 5a. Nicht erlaubt sind:
- gekaufte Aufrufe, Likes oder Kommentare, Bots, Klickabsprachen und wiederholtes Selbstabspielen
- fremde Clips oder Inhalte, die nicht aus dem Material der Kampagne stammen, außer eigenem Material nach Abschnitt 5a
- Musik oder andere Inhalte, für die du keine Rechte hast, außer der Auftraggeber gibt sie vor oder die Plattform stellt sie frei zur Verfügung
- Aussagen über das beworbene Produkt, die nicht stimmen oder die der Auftraggeber nicht vorgibt
- die Darstellung, der Clip stamme vom Auftraggeber selbst
- Inhalte, die gegen Gesetze oder die Regeln der Plattform verstoßen, Hetze, Beleidigung, Gewaltverherrlichung
- derselbe Clip mehrfach: jede Einreichung ist ein eigener Clip, nicht dasselbe Video noch einmal oder auf einem zweiten Konto
- verborgene Zahlen: der Clip bleibt öffentlich, und Aufrufe und Likes bleiben sichtbar, sonst können wir nicht zählen
- Massenware: automatisch erzeugte oder lieblos zusammengeschnittene Clips lehnen wir ab, auch wenn sie formal zur Kampagne passen
5a. Song-Promotion
Bei einer Song-Promotion bewirbt ein Auftraggeber, etwa ein Künstler oder ein Label, einen Song. Du verwendest ihn in deinen Clips so, wie die Kampagne es vorgibt, zum Beispiel als Sound bei TikTok. Die Kampagne sagt, welches Material du dazu zeigst:
- Eigenes Material des Auftraggebers: Du schneidest das Material, das er bereitstellt, wie bei jeder Kampagne.
- Frei: Du bringst eigenes Material mit, das zum Song passt.
- Beides: Du darfst das Material des Auftraggebers und eigenes Material nutzen.
Eigenes Material nur, wenn du es nutzen darfst. Dein Clip ist Werbung. Deshalb brauchst du für alles, was du selbst beisteuerst, Rechte, die auch eine Nutzung in Werbung erlauben. Das ist der Fall, wenn:
- du das Material selbst gedreht oder gestaltet hast,
- es unter einer Lizenz steht, die die Nutzung in Werbung auf den Plattformen der Kampagne erlaubt, etwa lizenzfreies Footage mit passender Lizenz, oder
- der Rechteinhaber dir die Nutzung für diesen Zweck erlaubt hat.
Szenen aus Filmen, Serien, Spielen, Streams, Sendungen oder Videos anderer Creator nutzt du nur, wenn eins davon zutrifft. „Das findet man doch überall im Netz“ reicht nicht, und dass andere es auch tun, ebenso wenig. Wer in deinem Material erkennbar zu sehen ist, muss damit einverstanden sein, dass er in einer Werbung erscheint. Marken und Logos anderer zeigst du nicht so, als würden sie den Song oder den Auftraggeber empfehlen. Wir können dich nach einem Nachweis fragen.
Wer wofür einsteht. Für die Rechte am Song steht der Auftraggeber ein. Für dein eigenes Material stehst du ein (Abschnitt 10). Ein Clip mit Material, an dem du keine Rechte hast, wird abgelehnt oder nicht vergütet. Fällt das erst nach der Auszahlung auf, dürfen wir die Vergütung für diesen Clip zurückfordern. Werden Rechte Dritter verletzt, kann das einen Strike geben (Abschnitt 11).
6. Aufrufe und Vergütung
Vergütet wird nach CPM: ein fester Betrag je 1.000 gültiger Aufrufe. Er steht bei jeder Kampagne vorher fest. Gezählt wird über die Schnittstelle der Plattform, solange die Kampagne läuft. Als gültig zählen Aufrufe, die die Plattform ausweist und die nicht manipuliert sind.
- Eine Kampagne kann Grenzen setzen: Mindestaufrufe, höchstens je Clip, höchstens je Clipper. Was über einer Grenze liegt, wird nicht vergütet.
- Das Budget der Clipper ist begrenzt. Ist es ausgeschöpft, werden weitere Aufrufe nicht vergütet. Reicht es nicht für alle, gilt die Reihenfolge der Einreichung.
- Dein Clip bleibt online, bis die Auszahlung erfolgt ist. Nimmst du ihn vorher herunter, entfällt die Vergütung für ihn.
Während die Kampagne läuft, siehst du einen vorläufigen Stand. Er kann sich bis zur Prüfung nach dem Ende noch ändern.
6a. Flammen
Reichst du an aufeinanderfolgenden Tagen Clips ein, wächst deine Flamme. Du siehst sie im Dashboard und im Discord. So zählen wir:
- Ein Tag zählt, wenn du an ihm mindestens einen gültigen Clip zu einer Kampagne einreichst, über die Website oder über Discord. Zurückgezogene Clips zählen nicht.
- Nach jedem Clip hast du eine Frist für den nächsten, voreingestellt 30 Stunden. Verpasst du sie, liegt die Flamme einen Tag auf Eis: Die Zahl bleibt, und mit dem nächsten Clip geht es weiter. Verpasst du auch diesen Tag, erlischt die Flamme und beginnt wieder bei null. Dein Rekord bleibt stehen.
- Gibt es keine Kampagne, in die du einreichen kannst, weil keine läuft oder alle voll sind, ist die Flamme pausiert. Dann geht nichts verloren.
Die Flamme ist ein freiwilliger Zähler. Sie ist kein Geld, erhöht keine Vergütung und gibt dir keinen Anspruch, auch nicht darauf, eine erloschene Flamme zurückzubekommen. Frist und Tage auf Eis können wir ändern, was gerade gilt, siehst du im Dashboard. Einen Clip, der nicht zur Kampagne passt, lehnen wir auch dann ab, wenn er die Flamme halten soll.
Ist dein Profil öffentlich, steht deine Flamme auch dort: die Zahl der Tage, dein Rekord und ob sie gerade brennt. Willst du das nicht, blendest du sie in deinem Profil mit einem Schalter aus. Mit privatem Profil ist sie dort nie zu sehen. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.
7. Auszahlung
Nach dem Ende einer Kampagne prüfen wir sieben Tage lang die letzten Clips und Aufrufe. Danach zahlen wir aus: nach jeder Kampagne, jeden Betrag, in der Regel 7 bis 14 Tage nach dem Ende.
- Ausgezahlt wird über PayPal an das Konto, das beim Auszahlungslauf verbunden ist. Es muss auf deinen Namen laufen. Halte es aktuell: geht eine Zahlung an ein Konto, das du nicht mehr nutzt, können wir sie nicht zurückholen.
- Die Kosten der Auszahlung tragen wir. Du bekommst den vollen Betrag.
- Holst du eine Zahlung bei PayPal nicht innerhalb von 30 Tagen ab, kommt sie zurück und steht dir wieder als Guthaben zu.
8. Steuern, Belege und Gutschriften
Um deine Steuern kümmerst du dich selbst. Du gibst bei der Einrichtung an, wie du eingestuft bist, und hältst die Angabe aktuell. Für jede Auszahlung bekommst du einen Beleg per Mail und im Dashboard:
- Privatpersonen bekommen einen Auszahlungsbeleg.
- Unternehmer (Kleinunternehmer oder umsatzsteuerpflichtig) bekommen eine Gutschrift. Wir rechnen damit in deinem Namen ab, du schreibst keine Rechnung. Mit diesen Richtlinien bist du damit einverstanden (§ 14 Absatz 2 Satz 2 UStG). Du kannst jeder einzelnen Gutschrift widersprechen, dann stellst du selbst eine Rechnung.
Die Vergütung ist ein Endbetrag. Bist du umsatzsteuerpflichtig, ist die Umsatzsteuer darin enthalten und auf der Gutschrift ausgewiesen. Als Kleinunternehmer oder Privatperson bekommst du denselben Betrag ohne Steuerausweis.
Hinweis ohne Steuerberatung: Einnahmen von Privatpersonen aus gelegentlichen Leistungen bleiben bis zu einer Freigrenze von 256 Euro im Jahr steuerfrei. Wer regelmäßig und mit Gewinnabsicht clippt, braucht in der Regel ein Gewerbe. Im Zweifel frag beim Finanzamt oder einer Steuerberatung nach.
9. Rechte an deinen Clips
Du bleibst Urheber deines Schnitts. Du räumst uns und dem Auftraggeber das einfache, zeitlich unbegrenzte Recht ein, deinen Clip zu zeigen, um die Kampagne und die Plattform zu bewerben, zum Beispiel im Abschlussbericht oder auf der Website.
Sobald die Community geöffnet ist, erscheinen deine eingereichten Clips mit Link, Titel, Vorschaubild, Aufrufen, Likes und Kampagne in deinem öffentlichen Profil, deine Zahlen und dein Platz auch in der Rangliste. Abgelehnte und zurückgezogene Clips erscheinen dort nicht. Stellst du dein Profil auf privat, ist davon nichts mehr öffentlich. Deinen Verdienst zeigen wir nur, wenn du ihn selbst einschaltest. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.
10. Haftung und Freistellung
Für deinen Clip bist du selbst verantwortlich, insbesondere für die Kennzeichnung als Anzeige, für die Rechte an Musik und anderen Inhalten, die nicht aus dem Material der Kampagne stammen, auch an eigenem Material bei einer Song-Promotion, und für die Regeln der Plattform. Verletzt du diese Pflichten schuldhaft und nimmt uns oder den Auftraggeber deshalb jemand in Anspruch, stellst du uns davon frei, einschließlich angemessener Kosten der Rechtsverteidigung.
11. Verstöße, Strikes und Sperren
Verstößt ein Clip gegen diese Richtlinien, wird er abgelehnt oder nicht vergütet. Bereits gezahlte Vergütung für einen solchen Clip dürfen wir zurückfordern oder mit späteren Auszahlungen verrechnen.
Für Verstöße gegen eine Regel gibt es außerdem Strikes, etwa für manipulierte Aufrufe, für eine fehlende Kennzeichnung, wenn du nach unserem Hinweis nicht nachbesserst, oder für Material, an dem du keine Rechte hast. Eine einfache Ablehnung, etwa weil ein Clip nicht zur Kampagne passt, ist kein Strike. Ein Strike ist 30 Tage lang aktiv, du hast höchstens drei aktive Strikes, und beim dritten folgt automatisch eine Kampagnensperre für 30 Tage. Während einer Kampagnensperre kannst du an keiner Kampagne teilnehmen und keine Clips einreichen. Bei schweren oder wiederholten Verstößen können wir dich länger sperren oder dein Konto bannen. In der Regel geben wir dir vorher Gelegenheit, dich zu äußern, außer bei klarer Manipulation. Geprüfte Beträge aus Clips ohne Verstoß zahlen wir auch während einer Sperre aus. Alles Weitere, auch zum Abgleich mit unserem Discord-Server, steht in Abschnitt 7 der Nutzungsbedingungen.
Gegen eine Ablehnung, eine Kürzung, einen Strike oder eine Sperre kannst du innerhalb von 30 Tagen widersprechen, über den Support: mit einem Ticket auf der Website oder im Discord oder per Mail an support@reelysolutions.com. Wir prüfen dann erneut und begründen das Ergebnis.
Gegen einen Strike geht es am schnellsten in deinem Dashboard: Dort steht an jedem Strike der Knopf „Einspruch“. Du schreibst kurz, warum der Strike aus deiner Sicht nicht stimmt, und daraus wird ein Ticket zu genau diesem Strike. Je Strike gibt es einen offenen Einspruch. Die Antwort bekommst du im Ticket. Nehmen wir den Strike zurück, zählt er nicht mehr, und eine Sperre, die nur auf ihm beruht, heben wir auf.
12. Änderungen
Ändern sich diese Richtlinien so, dass es deine Rechte oder Pflichten betrifft, zeigen wir dir die neue Fassung im Dashboard mit einer kurzen Zusammenfassung, was neu ist, und bitten dich, erneut zuzustimmen. Stellt eine neue Fassung nur klar, was ohnehin gilt, oder beschreibt sie eine neue, freiwillige Funktion wie die Flamme, bitten wir nicht erneut um Zustimmung. Für dich bleibt dann die Fassung maßgeblich, der du zugestimmt hast (Nutzungsbedingungen, Abschnitt 11). Für Clips, die du vorher eingereicht hast, gilt die Fassung, der du damals zugestimmt hast.